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Besonderheiten – Symptomatik im Blickfeld

Art of Inclusion
Art of Inclusion - Anne Häußler
Elijah Vero
Kind mit Autismus-Spektrum-Störung

Menschen mit Autismus-Spektrum-Störungen sind individuelle Persönlichkeiten, denen bestimmte Besonderheiten im Verhalten – in der sozialen Interaktion, der Kommunikation und im Interessen- und Verhaltensspektrum (sog. Verhaltenstrias) – gemeinsam sind. Die Diagnostik nach ICD-10-GM ist eher an „Defiziten“ ausgerichtet. Besondere Kompetenzen vieler Menschen mit einer Autismus-Spektrum-Störung werden hier (LINK zu „Vom Defizit zur Kompetenz“) dargestellt.

Die Aufzählung der folgenden diagnostisch relevanten Verhaltensweisen orientiert sich am ICD-10-GM, an den Kriterien für den Frühkindlichen Autismus:

Die soziale Interaktion von Menschen mit einer Autismus-Spektrum-Störung ist geprägt durch 

  • Schwierigkeiten, altersgemäße Beziehungen und Spielverhalten zu Gleichaltrigen aufzubauen,
  • geringerem oder fehlendem Einsatz non-verbaler Verhaltensweisen zur Steuerung von Sozialkontakten (wie Blickkontakt, Mimik, Gestik), sowohl rezeptiv als auch expressiv,       
  •  Schwierigkeiten, die Emotionalität bei der Kontaktaufnahme mit Anderen zu berücksichtigen,
  •  geringer ausgeprägte Neigung, Freude, Interessen etc. mit anderen Personen zu teilen (vgl. WHO, 2015).     

 

 Die Kommunikation ist geprägt von 

  • Auffälligkeiten in der sprachlichen Entwicklung,
  • Schwierigkeiten, mit anderen Personen in einen wechselseitigen kommunikativen Austausch zu treten,                
  • der Neigung zu stereotypem, zu Wiederholungen neigendem Sprachgebrauch oder dem Gebrauch einer individuell typischen Sprache,           
  • seltenem Gebrauch von „So-tun-Als-ob-Spielen“ oder sozialen Imitationsspielen (vgl. WHO, 2015).

 

Das Interessen- und Verhaltensspektrum ist geprägt durch 

  • die intensive Beschäftigung mit begrenzten Interessenbereichen, z.T. auch Beschäftigung mit für Kinder ungewöhnlichen Interessen   
  • die Neigung bestimmte Rituale auszuüben, z.T. in zwanghafter Ausprägung,
  • z.T. die Neigung, bestimmte, oft wiederholende Bewegungen mit den Händen oder dem Körper auszuüben,
  • die Neigung, Spielmaterial in einer ungewohnten Form zu verwenden, dabei z.T. Orientierung an bestimmten Details der Spielgegenstände (vgl. WHO, 2015).                     

Beim Frühkindlichen Autismus liegt üblicherweise sowohl eine Beeinträchtigung der Sprachentwicklung als auch kognitiver Funktionen vor.

Gerade bei Kindern mit Frühkindlichem Autismus kann es vorkommen, dass sie Gefahren in der sie umgebenden Umwelt gar nicht oder nur unzureichend wahrnehmen. So werden z.B. Gefahren im Straßenverkehr schwer erkannt und Eltern müssen hier besondere Aufmerksamkeit auf ihre Kinder richten.

Asperger-Syndrom

Bei dieser Form einer Autismus-Spektrum-Störung verlaufen die sprachliche und kognitive Entwicklung meistens altersgemäß. Selbsthilfefertigkeiten, Anpassungsverhalten und Neugier sollen in den ersten drei Jahren einer normalen Entwicklung entsprechen. Ein Teil der Menschen mit dem Asperger-Syndrom verfügt in Teilbereichen auch über eine besonders hohe Intelligenz.

Atypischer Autismus

Der Atypische Autismus ist in Abgrenzung zum Frühkindlichen Autismus  geprägt durch einen späteren Beginn oder dadurch, dass die Symptomatik nur unvollständig erfüllt ist - nur zwei von drei Symptombereichen ('Kommunikation', Soziale Interaktion' und 'Repetitive Verhaltensweisen und Interessen inkl. sensorische Besonderheiten'). Der Atypische Autismus steht oft in Verbindung mit einer schweren geistigen Behinderung, diese Diagnose wird aber auch für eine schwach ausgeprägte Autismus-Spektrum-Störung vergeben.

Sensorische Besonderheiten

Bei Menschen mit Autismus-Spektrum-Störungen können sensorische Über- und Unterempfindlichkeiten vorkommen. Die Wahrnehmung kann z.B. durch eine hohe Empfindlichkeit für Geräusche oder auch visuelle Eindrücke und gleichzeitig eine Unempfindlichkeit für andere sensorische Bereiche wie z.B. Temperatur geprägt sein (Remschmidt & Kamp-Becker, 2006). Die betroffenen Wahrnehmungskanäle können sich individuell stark unterscheiden.

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