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Diagnostischer Prozess

Leitlinien und Diagnosealter

Die Diagnostik von Autismus-Spektrum-Störungen (ASS) ist hoch komplex und sollte nur von Personen mit klinischer Erfahrung in diesem Bereich, gutem differentialdiagnostischem Wissen und mit den dafür geeigneten Instrumenten durchgeführt werden.

Aktuell werden neue AWMF-Leitlinien (Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften e.V.) zu Autismus-Spektrum-Störungen im Kindes-, Jugend- und Erwachsenenalter unter Leitung von Frau Prof. Freitag und Herrn Prof. Vogeley erstellt (Link: http://www.awmf.org/leitlinien/detail/anmeldung/1/ll/028-018.html). Die Leitlinie zur Diagnostik soll voraussichtlich im Winter 2015/16 veröffentlicht werden. Nach der Veröffentlichung werden an dieser Stelle wichtige Informationen aus der Leitlinie zusammengefasst.

Die sichere Diagnosestellung einer Autismus-Spektrum-Störung ist spätestens nach dem dritten Lebensjahr möglich. Wenn bei einem jüngeren Kind ein voll ausgeprägtes Bild einer Autismus-Spektrum-Störung vorliegt, kann die Diagnose vergeben werden. In den ersten beiden Lebensjahren sollte man jedoch eher von einem Verdacht oder Risiko für die Entwicklung einer Autismus-Spektrum-Störung sprechen.

Mehrstufiger Prozess

Die Diagnostik sollte in einem mehrstufigen Prozess erfolgen: 

  • Auf der ersten Stufe geht es darum, Risikokinder zu identifizieren, die man
  • auf der zweiten Stufe mit einem für das Autismus-Spektrum geeigneten Screening-Instrument untersucht. Dafür bieten sich z.B. der Fragebogen zur Sozialen Kommunikation (FSK) an und für jüngere Kinder ab dem 2. Lebensjahr die M-Chat (Modified Checklist for Autism in Toddlers). Bei positivem Screening-Befund sollte
  • auf der dritten Stufe eine ausführliche Autismus-Diagnostik erfolgen. Gemäß dem sog. "Goldstandard" in der Autismusdiagnostik sollten möglichst die Beobachtungsskala für autistische Störungen (ADOS) und das Diagnostische Interview für Autismus - revidiert (ADI-R) zum Einsatz kommen.

Wichtiger Bestandteil der Diagnostik sind die differentialdiagnostische Abgrenzung zu anderen Störungen (verschiedene Störungen müssen ausgeschlossen werden, um sicher zu sein, dass die Diagnose Autismus richtig ist) und ggf. die Feststellung komorbider, begleitender Störungen. Die Diagnostik soll ermöglichen, ggf. eine Empfehlung für eine autismusspezifische Förderung und Unterstützung abzugeben. 

Eine frühe und genaue Diagnostik sind wichtige Bausteine, um:

  • Eltern früh auf die Besonderheit ihres Kindes vorzubereiten und den Prozess der Annahme und Akzeptanz früh zu beginnen,
  • Eltern früh für den Umgang mit ihrem besonderen Kind zu sensibilisieren und
  • spezifische Frühfördermaßnahmen einzuleiten – je früher man beginnt, desto besser kann man ein Kind in der Entwicklung und seine Familie unterstützen (höhere Effektivität der Therapie).

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